Die atemberaubendsten Klettersteige des Grödnertals

Kleine & große Cirspitze (2527m & 2592m)

  • Berggruppe: Geisler-Puez-Gruppe
  • Ausgangspunkt: Grödner Joch - Parkmöglichkeiten an der Passhöhe
  • Schwierigkeit: Kleine Cirspitze: mäßig schwierig - Große Cirspitze: leicht
  • Höhendifferenz: nur kleine Cirspitze: 400 Hm, beide Gipfel zusammen 600 Hm.
  • Gehzeiten: Grödner Joch – kleine Cirspitze: 1,5 Std.
  • Abstieg und Wiederanstieg zur Großen Cirspitze: 2,5 Std.
  • Abstieg zum Grödner Joch: 1 Std.
  • Anmerkungen kleine Cirspitze: Kurzer, aber rassiger und luftiger Klettersteig.
  • Anmerkungen große Cirspitze: unschwieriger Schrofenanstieg mit nur wenigen Drahtseilen, auch für trittsichere Wanderer geeignet.

Von der Passhöhe (2137m) zunächst auf einem Fahrweg hinauf zur Bergstation des Dantercëpies-Lifts (2298m). Dort rechts über den Graskamm in die Felsschlucht unter der kleinen Cirspitze. Steil über rutschiges Geröll und brüchige Schrofen zum Einstieg des Klettersteigs auf der rechten Schluchtseite bei einer Felsschulter.

Eine kleine Leiter führt zu steilen Felsen, über die man ausgesetzt einen Einschnitt erreicht. Über diesen hinweg und durch die Wand steil empor zu einer erdigen Kanzel. Nun Querung nach rechts zu einem Felsspalt und auf sehr steilem Fels hinauf zum Gipfel der kleinen Cirspitze.

Vom Gipfel zurück zu der Kanzel und links über ein drahtseilgesichertes Band zu einer Scharte. Rechts durch eine steile Geröll- und Schrofenrinne hinab zum Fahrweg und zurück zum Grödner Joch.

Wer auch die Große Cirspitze besteigen möchte, verlässt den Fahrweg bei einem Hinweisschild nach links und quert auf einem Pfad zur Schlucht westlich der Großen Cirspitze. Auf Geröll in Kehren empor, bis rechts ein drahtseilgesichertes Band abzweigt. Über den plattigen Fels des Bandes erreicht man die Flanke des Berges. Gestufter Fels (I, meistens ohne Sicherungen), Geröll und breite Bänder führen unschwierig und nicht ausgesetzt hinauf zum Gipfel der Großen Cirspitze.

Der Abstieg zum Grödner Joch erfolgt auf dem Anstiegsweg.

Kesselkogel - 3004m

Überschreitung

  • Berggruppe: Rosengartengruppe
  • Ausgangspunkt: Gardeccia - hierher mit Kleinbus von Pera di Fassa
  • Schwierigkeit: leicht
  • Höhendifferenz: ab Gardeccia 1050 Hm.
  • Gehzeiten:
    Gardeccia - Vajolethütte - Grasleitenpaß: 2 Std.
    Grasleitenpaß - Kesselkogel: 1,5 Std.
    Kesselkogel - Kesselkogelscharte - Antermojapaß: 1,5 Std.
    Antermojapaß - Grasleitenpaß - Gardeccia: 1,5 Std.
  • Anmerkungen: Leichter, aber teilweise luftiger Klettersteig auf den einzigen Dreitausender im Rosengarten. Landschaftlich großartig, aber meistens sehr überlaufen. Als Zweitagestour auch gut mit dem Laurenzi-Klettersteig kombinierbar.

Von Gardeccia (1950m) auf dem breiten Fahrweg (Markierung 546) mäßig steil zur Vajolethütte (2243m) und auf Weg 584 am Fuß der Vajolettürme weiter zum Grasleitenpass mit der kleinen Schutzhütte (2601m).

Nach Steigspuren und Markierungen über einen Geröllhang in wenigen Minuten zum Einstieg des Klettersteigs. Querung nach links, bis ein kurzer Kamin wieder nach rechts zu einem schmalen Felsband führt. Kurzer, luftiger Abstieg auf dem Band zu einer Leiter, über die man zu einer Felsrippe absteigt. Gesicherte Felsstufen und Rinnen leiten hinauf zum breiten Band der Westflanke, dem man problemlos bis zum Ende an einer tiefen Scharte folgt. Nun nach rechts über schrofigen Fels zum schmalen Nordgrat und über diesen ausgesetzt weiter zum Gipfelkreuz.

Vom Gipfel zunächst über den Südgrat hinab, bis schrofiger Fels zum Beginn des breiten Bandes der Ostflanke führt. Dem Schuttband folgt man längere Zeit abwärts, bis man einen Felsabsatz erreicht, der mit Hilfe von Drahtseilen und einigen Eisenleitern zur Kesselkogelscharte (2700m) abgeklettert wird.
Nach Steigspuren direkt unter der Ostwand des Kesselkogels mit geringem Höhenverlust hinüber zum Antermojapass (2770m) und über steiles Geröll weiter zum Grasleitenpass. Auf der Anstiegsroute zurück nach Gardeccia.

Pisciadù-Klettersteig

Via ferrata Brigata Tridentina

  • Berggruppe: Sellagruppe
  • Ausgangspunkt: Grödner Joch - großer Parkplatz bei einer Schottergrube einige Kehren unter der Paßhöhe in Richtung Corvara (Hinweistafel)
  • Schwierigkeit: mäßig schwierig, oberer Teil schwierig
  • Höhendifferenz: Klettersteig 650 Hm; mit Cima Pisciadù 1050 Hm.
  • Gehzeiten:
    Parkplatz - Pisciadù-Hütte: 2,5 Std.
    Hütte - Cima Pisciadù: 1,5 Std.; Abstieg zur Hütte: 1 Std.
  • Abstieg Val Setus: 1 Std.; Abstieg Mittagstal: 3 Std.
  • Anmerkungen: Schöner und sehr luftiger Klettersteig auf gutem Fels. Früher Aufbruch anzuraten, da die Route äußerst beliebt und damit häufig überlaufen ist. Vorsicht auf Steinschlag!

Vom Parkplatz (1950m) nach links (Hinweistafel) über Geröll und Latschenfelder in etwa 10 Minuten zum Einstieg des Klettersteigs.

An Klammern überwindet man die erste, rund 50m hohe, steile Wandstufe. Danach auf normalem Wanderweg bis kurz vor den Wasserfall, wo der Hauptteil des Klettersteigs beginnt. Steil und ausgesetzt, aber stets gut gesichert, hinauf zu einem kleinen Schrofenkessel. Hier zweigt nach links ein Notausstieg (leichter Geröllsteig) zur Hütte ab.

Rechts haltend über die sehr steile und luftige Wand deutlich schwieriger als im unteren Abschnitt empor, dann ausgesetzter Quergang nach links zu einer steilen Kaminrinne. An Klammern und über eine Leiter fast senkrecht empor bis knapp unter den Gipfel des Exner Turms. Abschließend folgt eine luftige Querung zur berühmten Hängebrücke, mit deren Hilfe eine tiefe Schlucht überwunden wird. Weiter zum Ausstieg des Klettersteigs und auf einem Weg in wenigen Minuten hinauf zur Pisciadù-Hütte (2583m).
Wer zum Pisciadù-Gipfel möchte, geht auf Weg Nr. 666 durch das Val de Tita (z.T. Schneefelder und einige gesicherte Felsen) hinauf zum Bamberger-Sattel (2807m). Dort links abbiegen (Wegweiser, Steinmännchen) und auf Steigspuren über Geröll und leichten Fels (I, keine Sicherungen!) zum Gipfelkreuz der Cima Pisciadù (2985m). Abstieg zur Hütte nur auf dem Anstiegsweg!

Von der Hütte entweder auf Weg 666 durch das steile Val Setus (gesicherte Felsstufen, im Frühsommer steile Schneefelder!) direkt hinab zum Parkplatz oder (viel schöner, aber um einiges länger) auf Weg 676 (zu Beginn Seilsicherungen) hinunter ins Val de Mesdi (Mittagstal) und durch dieses bis zu einer Abzweigung. Dort nach links über den Bach und in langer Querung zurück zum Ausgangspunkt.

Piz Boè - 3152m

Via ferrata al Vallon, Lichtenfelser Steig

  • Berggruppe: Sellagruppe
  • Ausgangspunkt: Vallon-Bergstation - hierher mit der Boè-Seilbahn von Corvara zum Crep de Mont und anschließendem Sessellift
  • Schwierigkeit: al Vallon: mäßig schwierig, Lichtenfelser Steig: leicht
  • Höhendifferenz: ab Vallon-Bergstation 650 Hm.
  • Gehzeiten:
    Bergstation - Via ferr. al Vallon - Piz Boè: 2,5 Std.
    Abstieg über den Lichtenfelser Steig: 1,5 Std.
  • Anmerkungen: Eine kurze Ferrata und ein gesicherter Steig in Verbindung mit einer längeren, interessanten und lohnenden Bergwanderung auf den höchsten Gipfel der Sellagruppe. Auch für Anfänger gut geeignet. Auf den ausgedehnten Hochflächen ist bei Nebel mit Orientierungsproblemen zu rechnen!

Von der Bergstation (2553m) auf einem markierten Weg nach rechts bis zu einer Abzweigung. Dort nach links und über ausgedehnte Geröllfelder in den Talschluss und zum Wandfuß, wo der Klettersteig "al Vallon" beginnt.

Über Rinnen und Bänder auf gut gestuftem Fels teilweise steil, aber durchgehend drahtseilgesichert hinauf bis zu einem Wasserfall. Nun am linken Schluchtrand (früher überquerte man mit Hilfe einer Brücke den Wasserfall, diese existiert nicht mehr!) steil hinauf zum oberen Ende des Felsriegels (Vallonscharte, 2750m). In längerer, nur wenig steiler Wanderung über die ausgedehnte Hochfläche zu einer Scharte unter der Eisseespitze (3009m). Steil hinauf (einige Sicherungen) zu deren Gipfel, kurzer Abstieg und in steilen Schotterkehren empor auf die "Cresta Strenta". Über den schmalen Grat sehr luftig zur Einmündung des von der Boè-Hütte heraufführenden, stets überlaufenen Steigs und nach links weiter zum vielbesuchten Gipfel des Piz Boè.

Vom Gipfel auf der Anstiegsroute zurück zur Eisseespitze und weiter zu einer Wegverzweigung. Nach rechts (Markierungen und Steigspuren) in Kehren hinab zu einer ausgedehnten Terrasse und in längerer Querung zu einer Scharte. Der Lichtenfelser Steig führt nun über breite Bänder, später auch über unschwierige, drahtseilgesicherte Felsstufen hinab in einen Felskessel. Auf dem Steig zurück zur Vallon-Bergstation.

Plattkofel - 2955m

Oskar-Schuster-Klettersteig

  • Berggruppe: Langkofelgruppe
  • Ausgangspunkt: Langkofelscharte; hierher Gondellift vom Sellajochhaus
  • Schwierigkeit: mäßig schwierig
  • Höhendifferenz: Aufstieg ca. 800 Hm, Abstieg ca. 1200 Hm.
  • Gehzeiten:
    Langkofelscharte - Langkofelhütte: 0,75 Std.
    Hütte - Oskar-Schuster-Klettersteig - Plattkofel: 2 Std.
    Abstieg zur Plattkofelhütte: 1,25 Std.
    Plattkofelhütte - Sellajoch: 2 Std.
  • Anmerkungen: Landschaftlich sehr schöner und interessanter Klettersteig, der aber nur an den schwierigsten Stellen gesichert und teilweise steinschlaggefährdet ist. Nur für erfahrene und trittsichere Bergsteiger, die sich auch im ungesicherten und geröllbedeckten Felsgelände zurecht finden. Bei Vereisung und Nebel ist große Vorsicht geboten!

Von der Toni-Demetz-Hütte in der Langkofelscharte (2679m) über Geröll und leichte Schrofen durch das steile Langkofelkar (im Frühsommer noch lange Zeit Schneereste!) hinab zur Langkofelhütte (2253m).
Nun durch das Plattkofelkar über Geröll und Schutt in teilweise steilem Anstieg hinauf zum Einstieg des Klettersteigs (Vorsicht: Steinschlaggefahr und meist steiles Schneefeld am Einstieg!).

Nach rechts über ein Band in eine Schlucht und in kompliziertem, teilweise ausgesetztem und nur teilweise gesichertem Anstieg (die frei zu kletternden Stellen haben überwiegend den I. Schwierigkeitsgrad, einige Passagen allerdings auch den II.) über Schrofen, Risse, Kamine, luftige Bänder, teilweise glatte Wandstufen und Geröll zu einer breiten Rinne unter dem Gipfel. Gestufter, aber etwas brüchiger Fels führt durch sie hinauf zu einer Scharte, von wo man nach rechts über den Grat in wenigen Minuten das Gipfelkreuz auf dem Plattkofel erreicht.

Vom Gipfel zurück zur Scharte über der Aufstiegsrinne und nach rechts auf einem markierten Steig über Geröll und leichte Schrofen hinunter zur Plattkofelhütte (2256m). Der vielbegangene Friedrich-August-Weg (Markierung Nr. 557) führt von hier mit mehreren Auf- und Abstiegen zurück zum Sellajoch.

Pößnecker-Klettersteig

Via ferrata delle Mesules

  • Berggruppe: Sellagruppe
  • Ausgangspunkt: Sellajoch - hierher Straßen von Canazei und Wolkenstein
  • Schwierigkeit: schwierig
  • Höhendifferenz: ab Sellajoch 750 Hm.
  • Gehzeiten:
    Sellajoch - Pößnecker Klettersteig - Piz Selva: 3,5 Std.
    Piz Selva - Val Lasties - Sellajoch: 3 Std.
  • Anmerkungen: Anspruchsvoller und sehr luftiger Klettersteig, dessen untere 250 Höhenmeter über senkrechten und stark polierten Fels führen. Bergerfahrung, etwas Klettergewandtheit und absolute Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich; nichts für Anfänger! Vorsicht: Bei kaltem Wetter kann die am Morgen im Schatten liegende Wand vereist sein!

Vom Sellajoch (2240m) in nur wenig ansteigender Querung unter den Sellatürmen zum Einstieg des Klettersteigs rechts von einer schwarzen Wand.

Nun rassiger, fast senkrechter Anstieg über die Felswand (vor 1990 verlief der untere Teil des Klettersteigs weiter links durch einen düsteren, meist feuchten Kamin). Nach rund 60 Metern wird wieder die ursprüngliche Route erreicht, auf der man über leichtere Felsen (nicht gesichert) zu einem Kamin gelangt, der die Schlüsselstelle des Steigs einleitet. Durch den sehr engen, senkrechten und teilweise leicht überhängenden Kamin auf Klammern empor zum oberen Ende, sehr exponiert auf einen kleinen, abstehenden Felspfeiler und über eine kurze Leiter in die senkrechte Wand.

Durch weitere kurze Kamine und Felsrisse empor zu einem großen Schutt- und Schrofenkessel. Zunächst gerade empor, dann Querung nach links zu einem weiten Sattel zwischen Piz Ciavazes und Piz Selva. Über ein Band zu einer gesicherten Schlucht, die über gestuften Steilfels (deutlich leichter als im unteren Teil) zur Sellahochfläche und zum Piz Selva (2941m) führt.

Nun fast ebene Wanderung über die weite Meisules-Hochfläche (markierter Steig Nr. 649, große Vorsicht bei Nebel!), wobei man mehrere, nur wenig ausgeprägte Gipfel überschreiten kann (u.a. den lohnenden Piz Miara mit großem Gipfelkreuz, 2965m), zur Pisciadù-Scharte (2908m). Geradeaus weiter zur Einmündung in den Weg Nr. 666, den man für kurze Zeit nach rechts verfolgt. Bald zweigt man wieder nach rechts ab und erreicht auf Weg 647 durch das Val Lasties in längerer Wanderung die Sellajochstraße. Auf dieser zu Fuß oder per Anhalter zurück zum Ausgangspunkt.

Sass Rigais - 3025m

Überschreitung

  • Berggruppe: Geisler-Puez-Gruppe
  • Ausgangspunkt: Col Raiser - hierher Gondellift von St.Christina im Grödner Tal
  • Schwierigkeit: Ostgrat: mäßig schwierig, Südwestflanke: leicht
  • Höhendifferenz: ab Col Raiser 1000 Hm.
  • Gehzeiten:
    Col Raiser - Wasserrinnental - Ostgrat - Sass Rigais: 3,5 Std.
    Sass Rigais - Südwestflanke - Col Raiser: 3 Std.
  • Anmerkungen: Äußerst beliebte und lohnende Tour auf einen der bekanntesten Aussichtsberge der Dolomiten. Bei schönem Wetter sehr häufig überlaufen. Weniger Geübten wird empfohlen, sowohl Auf- als auch Abstieg über die Südwestflanke durchzuführen.

Vom Col Raiser (2025m) nach Hinweistafeln und Markierungen über Weiden in leichtem Auf und Ab zum Weg 2A und unter den Südabstürzen der Geislerspitzen weiter zum Pian Ciantier. Geradeaus ins Wasserrinnental und durch das breite Kar zunächst nur wenig ansteigend, dann in steilen Serpentinen über Geröll hinauf zur Salieresscharte (2696m) zwischen Sass Rigais und Furchetta.

Nun über eine breite Felsrinne empor zu einer kurzen Wandstufe, die mit Hilfe von Klammern überwunden wird. Danach mäßig steil und nur wenig ausgesetzt über Geröll, Bänder und Felsstufen (alle schwierigeren Stellen sind drahtseilgesichert) hinauf zum Gipfelkreuz am Sass Rigais.

Vom Gipfel teilweise ausgesetzt über den schmalen und felsigen Südostgrat zu einem Vorgipfel und gesichert über gestuften Fels hinab zu einer Felsschlucht. Zunächst über gesicherte Schrofen, dann in Serpentinen zum flachen, teilweise begrünten Mittelteil der Route. Auf einem schmalen Steig quert man zu einem Felskopf oberhalb der Mittagsschlucht und steigt erst über teilweise geröllige Schrofen, dann über plattige Felsen (Drahtseile und mehrere Holzstege) hinab in die von der Mittagsscharte herabziehende Schlucht. In Serpentinen hinunter zum Pian Ciantier und auf der Anstiegsroute zurück zum Col Raiser.