Chefkoch

Freddy Nagler

Eine Zauberformel mit sechs Buchstaben

Der Mann ist ständig auf der Suche. Wenn Freddy Nagler frei hat oder Urlaub, dann streift er mit Vorliebe, offenen Augen und vor allem mit großem Interesse über Märkte. Wenn die sich noch dazu in einer Stadt mit Straßencafés und Ambiente befinden, umso besser. Stände mit Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch finden besondere Beachtung. Bei der Suche geht es um Qualität. Und wenn Freddy Nagler Qualität sieht, kommen ihm fast schon zwanghaft Ideen:

„Wenn ich Lebensmittel in ihren ursprünglichen Zustand sehe, arbeitet es sofort in mir und ich überlege, was man daraus wohl machen könnte.“

So gesehen ist Freddy Nagler im Gourmet Hotel Savoy in Wolkenstein genau am richtigen Ort. Denn dort hat die Zauberformel sechs Buchstaben: F-R-I-S-C-H. „Für uns ist das oberste Gebot in der Küche die Frische der Produkte, die verwendet werden“, sagen Hotel-Chef Christoph Vinatzer und seine Frau Nadia.


Und so hat ein Koch im Hotel Savoy in Wolkenstein ein wahrhaft feines Leben.  Denn er kann sich ausleben, damit die Gäste gut leben. Jeden Tag zwei Sorten frisches Brot, frische Nudeln, frische Knödel, frisches Gemüse, frisches Obst, mindestens fünfzehn frische Salate, frisch, frisch, frisch. „Wenn ich die frischen Produkte bei der Anlieferung vor mir sehe, entwickeln sich blitzartig Ideen, was wir daraus alles machen können“, verrät er von seinen herrlichen Seelenqualen.

Im Laufe einer Saison wiederholt sich im Savoy niemals eine Menüfolge. „Das ist eine Herausforderung“, sagt der Chefkoch, „aber das macht Freude und bringt uns in der Küche viel Abwechslung und niemals Stillstand“. Freddy Nagler ist Jahrgang 1969 und in Bruneck in Südtirol geboren.

Schon als Kind gab es für ihn kaum etwas Schöneres als der Mutter in den Kochtopf zu schauen und beim Rühren zu helfen. Mit 13 der erste Sommerjob in einem Restaurant. Die dreijährige Kochlehre im Meraner Hotel Waldhof war nur eine logische Folge. Danach Stationen wie das Kastell Wernberg zwischen Weiden und Schwandorf in der deutschen Oberpfalz, dann das „Le Relais de la Poste“ im Elsass unweit von Straßburg. Ein Jahr im „Le Pérolles“ in Fribourg in der französischen Schweiz, und verschiedene Aufenthalte bei Südtiroler Sterneköchen.

Ganz gleich ob Fisch oder Fleisch, ob Knödel oder Risotto, ob mediterran italienisch oder bodenständig südtirolerisch – Freddy Nagler macht keine Unterschiede und kennt keine Vorlieben. Frisch muss es sein, was in Töpfe und Pfannen kommt, „denn nur so kommt auch etwas Gutes wieder heraus.“

Und so kocht unser Chefkoch am Fuß von Langkofel und Sellastock, in einem der schönsten Täler Südtirols. „In so einem Rahmen, in so einer Natur lassen sich leicht Highlights zaubern“, sagt Nagler und teilt doch das Schicksal der allermeisten Köche: „Wir versuchen jeden Tag aufs Neue unsere Gäste zu erstaunen und doch sehen wir nie ihre Gesichter. Das ist nicht immer ganz einfach.“ Spricht’s und denkt an seinen letzten Markt-Besuch – alles wunderbar frisch, ganz wie in seiner Küche.